Sonntag, 11. November 2012

Endlich Neues aus Nairobi!

Hey ihr Lieben :)
Es tut mir wahnsinnig leid, dass ich erst jetzt wieder was von mir hören lasse! In der letzten Zeit  ist unglaublich viel passiert und mir hat einfach die Zeit gefehlt mich in Ruhe hinzusetzen und weiterzuschreiben. Aber nun folgt endlich die Fortsetzung ;)

 Seminar
Wie schon in den vorherigen Bericht erwähnt, hatten wir in der ersten Woche ein Seminar um uns besser in Kenia zurechtzufinden und mit den „Dos & Don’ts“ bekannt zu werden. So haben wir, zum Beispiel, unser Wissen über Kenia aufgefrischt, über mögliche Probleme in der Gastfamilie geredet und wurde über die Gesundheits- und Sicherheitsrisiken aufgeklärt. Auch wenn ich anfangs von den ganzen Informationen etwas verunsichert war, kann ich jetzt nach einiger Zeit sagen, dass mich dieses und die Seminare in Deutschland wirklich gut auf das Leben hier vorbereitet haben. Ich bin sowieso sehr begeistert von der liebevollen Betreuung von ijgd und CIVS. Wenn es ein Problem gibt, kann ich jederzeit in das Office kommen und werde mit offenen Armen empfangen.



 

Meine Gastfamilie
Ich lebe zusammen mit Sonia, einer anderen Freiwilligen, in Phase 1 in Buruburu.


 Zu meiner Gastfamilie gehören:
Christine (links),
ihre Tochter Loretta (rechts)
und deren Sohn James (2,5 Jahre alt, links unten).
In den Ferien ist auch Christines Nichte (in der Mitte) da, die sonst bei ihrer Mutter lebt.
Alle drei sind sehr nett und wir wurden sehr herzlich von ihnen aufgenommen.










Sonia und ich haben beide ein eigenes Zimmer in der oberen Etage, in der sich auch das Zimmer von Christine befindet.

                                                 Mein eigenes kleines Reich :)


Natürlich ist auch ein Badezimmer vorhanden (bzw. eher zwei: links mit Dusche und Waschbecke und rechts mit der Toilette), wobei die Dusche allerdings kaputt ist und leider nur ein kleiner Wasserstrahl zum Waschen reichen muss. Da aber sowieso von ca. Freitag bis Dienstag kein fließendes Wasser vorhanden ist, ist das nicht tragisch ;)










Insgesamt läuft das Zusammenleben sehr gut und uns werden fast alle Freiheiten gelassen. Zu meiner großen Freude kocht Christine nur vegetarisch :) So besteht das Abendessen eigentlich immer aus: Reis/Chapati/Nudeln mit Cabbage (eine Art Kohl). Für Abwechslung sorgt dann ein gelegentliches Essengehen mit anderen Freiwilligen ;)






Meine Einsatzstelle
Zusammen mit Theresa arbeite ich im „Little Bees Children‘s Center“, welches sich in Huruma befindet. Es handelt sich dabei um eine Primary School, in der Kinder von der Baby-Class bis zur achten Klasse unterrichtet werden.
Theresa und ich sind die Klassenlehrerinnen einer zweiten Klasse mit ca. 24 Kindern (die Zahl variiert aber immer). Teilweise ist das Unterrichten sehr schwierig, da wir mit anfangs zwei und jetzt schon drei Klassen einen Klassenraum teilen müssen. Die einzelnen Klassen sind nur mit einer Plane voneinander getrennt, wodurch es natürlich sehr laut ist.
Da die Kinder fast alle aus schwierigen Verhältnissen kommen, ist es außerdem schwierig auf die einzelnen Bedürfnisse der Kinder einzugehen. Nach kurzer Zeit haben Theresa und ich festgestellt, dass die „süßen afrikanischen Kinder“ in Wirklichkeit doch auch kleine Teufel sein können… Ich bin mir sicher, dass ich nach diesem Jahr mit gestärkten Nerven nach Deutschland zurückkehren werde ;)
Aber trotz aller Schwierigkeiten liebe ich die Kleinen und die Freude, die sie zeigen wenn sie uns sehen, entschädigt alles!
Letzten Donnerstag haben wir mit ihnen eine „Deutschland-Stunde“ gemacht und es war so schön ihnen zu zeigen woher wir eigentlich kommen (und zwar nicht aus Amerika, sondern aus Deutschland) und ihnen von Schnee, unseren Familien und dem Alltagsleben dort zu erzählen.
Jetzt haben wir erstmal Ferien bis Anfang Januar und ich vermisse die Lieben jetzt schon…

                                  Gruppenfoto mit Lilian, Ibrahim, Ilyne, Nancy, Kevin und Brenda :)



Ein normaler Tag...
6:15 Uhr: Der Wecker klingelt das erste Mal…
6:30 Uhr: Der Wecker klingelt das zweite Mal…
6:40 Uhr: Langsam quäle ich mich aus dem Bett und mach mich fertig für die Arbeit
7:15 Uhr: Ich gehe runter zu meiner Gastmutter und frühstücke ein Weißbrot mit BlueBand (eine salzige Margarine)
7:40 Uhr (oder auch etwas später): Ich treffe mich mit Theresa vor unserem Gate und wir machen uns auf den Weg zum ersten Matatu mit der Nummer 36
7:50 Uhr: Wir kommen am Outerring an und müssen das Matatu wechseln. Wenn wir Glück haben fährt es bis zu unserer gewünschten Haltestelle, wenn nicht folgt noch ein ca. 15 minütiger Weg
8:05 Uhr: Wir kommen an der Haltestelle „Huruma Flats“ an und legen den Rest des Weges zu Fuß zurück (mit Zwischenstopp beim Supermarkt und beim Obststand um Bananen und Avocados zu kaufen)






                                                     Der Weg runter zu den Little Bees

8:20 Uhr: Wir kommen (meistens) pünktlich bei den Little Bees an, tragen uns ins Lehrerheft ein und gehen zu unserer Klasse, die meistens noch bis um 9 Uhr mit den Aufgaben des vorherigen Lehrers beschäftigt ist
9:00 Uhr: Die Klasse hat Kiswahili-Unterricht, so dass Theresa und ich erstmal Frühstücken können (Toast/Reiswaffel mit Avocado und eventuell Bananen)


9:30 Uhr: Erste Pause und wir bereiten den kommenden Unterricht vor














9:50 Uhr: Theresa und ich begeben uns wieder zu unserer Klasse und kontrollieren erstmal die Hausaufgaben vom vorherigen Tag






10:05 Uhr: Wir starten mit Mathe








10:25 Uhr: Toilettenpause, die von allen Schülern aufgeregt erwartet wird
10:30 Uhr: Wir machen weiter mit dem Matheunterricht
11:00 Uhr: Zweite Pause


11:30 Uhr: Weiter geht der Unterricht mit Englisch
(links: Mohammed ganz konzentriert beim Konjugieren)













  12:05 Uhr: Wieder eine heiß ersehnte Toilettenpause
12:10 Uhr: Der Englischunterricht geht weiter


12:40 Uhr: Endlich Lunchtime! Die Kinder und Theresa essen Githeri (Mais und Bohnen), ich manchmal Reis, da ich das Essen nicht so gut vertrage.









14:00 Uhr: Die letzten beiden Stunden beginnen! Wir lassen die Kinder meistens etwas über ein Unterrichtsthema oder das vergangene Wochenende malen.









15:00 Uhr: Ein schöner, aber auch sehr anstrengender, Arbeitstag geht zu Ende. Wir tragen uns aus dem Lehrerheft aus und machen uns auf den Heimweg.
15:30 Uhr: Ich bin zuhause und genieße erstmal die Ruhe
16:30 Uhr: Ich mache mich auf den Weg zum Kiswahili-Kurs
17:00 Uhr: Der Kiswahili-Unterricht beginnt und ich lerne wieder sehr viele neue Sachen.
19:00 Uhr: Der Kiswahili-Kurs ist zu Ende und ich treffe mich mit ein paar anderen Freiwilligen
19:15 Uhr: Nun sind etwa alle da und wir gehen entweder was essen oder/und was trinken
22:00 Uhr: Ich bin kaputt und müde zuhause, aber auch glücklich, da es wieder ein schöner Tag war :)
23:00 Uhr: Mit einem Hörspiel schlafe ich schnell ein

So, ich hoffe, ich konnte euch einen Einblick in mein Leben hier geben :)
Es ist wirklich schön hier und ich genieße die Zeit hier einfach nur! Auch wenn ich mich natürlich freue, euch alle in 8 Monaten wiederzusehen :)
In den nächsten Tagen wird noch ein Bericht über verschiedene Ausflüge, die ich unternommen habe, hinzukommen, aber im Moment habe ich noch keine Zeit den zu schreiben...

Bis dahin:
Kwaheri na siku njema! :)
Tschüß und einen schönen Tag! :)

Samstag, 8. September 2012

Karibu Kenya! :)

Hey ihr Lieben :)

Nach einer anstrengenden Anreise bin ich nun endlich seit gestern in Nairobi.
Los ging es am Donnerstag. Nachdem ich mich mit zwei anderen Freiwilligen am Frankfurter Flughafen getroffen habe, flogen wir um 22:20 los Richtung Abu Dhabi. Der Flug von 6 1/2 Stunden ging dank vieler Filme (die teilweise noch im deutschen Kino laufen) und sehr bequemer Sitze sehr schnell rum. Als wir dort ausstiegen waren wir allerdings sehr geschockt, da dort um 6 Uhr morgens schon 38 Grad herrschten!
Zwei Stunden später ging es weiter nach Nairobi, wo wir dann um 12:30 Uhr endlich am Ziel waren :)
Am Flughafen wurden wir sofort von den freundlichen Mitarbeitern von CIVS empfangen und in unser Hostel gebracht. Dies war das erste Abenteuer in Nairobi, da die Straßen- und Fahrverhältnisse nicht zu beschreiben sind. Es gibt zwar eigentlich Regeln, nur hält sich keiner an sie. So wird so schnell es die Straße erlaubt gefahren, nebenbei Schlaglöchern ausgewichen und aus einer zweispurigen Fahrbahn eine vierspurige gemacht ;)
Im Hostel angekommen, bekamen wir unser erstes kenianisches Essen (was sich später als nicht kenianisch herausstellte) und ruhten uns aus, wobei die geklauten Decken aus dem Flugzeug sehr praktisch waren ;)
So ging der erste Tag in Nairobi ziemlich entspannt zuende, auch ohne fließendes Wasser :)

Heute, der zweite Tag, begann um 8 Uhr. Ich war überrascht, wie gut man auch mit einem Eimer und einem Becher duschen kann... Um 9 gab es ein typisch kenianisches Frühstück mit Weißbrot mit Butter und Chai. Daraufhin bemerkten wir zum ersten Mal die Gelassenheit der Kenianer, als unsere "Guides" statt um 10 um 11 Uhr da waren und immer noch total gelassen waren :) Danach folgte das zweite Abenteuer: eine Fahrt mit einem Matatu (kleiner Bus). Diese kann man überhaupt nicht mit den Bussen in Deutschland vergleichen. Zum einen ist die Fahrweise der Matatu-Fahrer sehr gewöhnungsbedürftig und zum anderen herrscht eine unbeschreibliche Stimmung in den Bussen. Sie sind extrem getuned, mit Postern und Lichtern, und es wird sehr laute HipHop-Musik gespielt, zu der teilweise getanzt und an der Tür rumgeturnt wird. Die gesamte Situation erinnert eher an eine fahrende Disko und es ist echt eine sehr coole Erfahrung :)
Sonia, eine Mitfreiwillige, hat ein cooles Video über unsere erste Matata-Fahrt gemacht :)
http://www.youtube.com/watch?v=6LSsSYRK_ec&feature=youtu.be


Voller Begeisterung gingen wir anschließend auf das Dach des "Kenya's National Conference Center". Von dort hatte man eine Aussicht über ganz Nairobi. Ich war überrascht wie groß diese Stadt ist!

:

Nach einem Spaziergang durch den Park und vielen "Ice-Cream?"-Rufen, gingen wir in ein Restaurant und es folgte nun das erste wirklich Kenianische Essen:                                                                                                           Matoke mit Chapati (Kochbananen mit einer Art Fladenbrot)
                                     
Anschließend deckten wir uns mit Handykarten und Internetsticks ein und bestaunten weiter die City. Abends kamen wir kaputt ins Hostel und es gab schon wieder leckeres kenianisches Essen: Ugali, Rührei mit Tomaten und Sukuma Wiki.
Das waren die ersten Eindrücke hier aus Nairobi. Es ist sehr voll und laut und man erlebt sehr viele unbekannte Sachen, aber trotzdem hat diese Stadt einen unglaublichen Charme und ist so voller Energie, so dass ich mich hier einfach wohl fühle. Es ist schwer das alles in Worte zu fassen. Im Moment ist es für mich noch unvorstellbar mich selbstständig in dieser riesigen Stadt zurechtzufinden, da es einfach komplett anders als in einer europäischen Großstadt ist und hier alles einfach anders ist. Aber ich denke nach einer gewissen Zeit wird man sich daran gewöhnen :)
Bis Donnerstag habe ich jetzt noch ein Seminar und werde mit den anderen Freiwilligen aus Deutschland in dem Hostel leben und danach werde ich endlich meine Gastfamilie kennenlernen und zu ihr ziehen. Ich bin schon sehr gespannt darauf :)

Bis dahin,
Kwa heri :)

                  Mit den anderen Freiwilligen auf dem Dach des "Kenya's National Conference Center"